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Haitger
M. Böken |
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biographie
Geboren
1945 in Wittenberg. Nach dem Gymnasium Lehre als
Bau- und Möbelschreiner. 1966/67 Bühnenbildvolontariat
an der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf-Duisburg;
1967-1972 Bühnenbild-Assistenz am Theater der
Jugend in Wien; Arbeiten in "freien Gruppen",
1972-1974 Engagement am Stadttheater Pforzheim;
1975-1978 Ausstattungsleiter des Landestheaters
Württemberg-Hohenzollern in Tübingen.
Daneben freier Bühnenbildner in Wien, Dortmund,
Zürich. 1981-1985 Engagement am Ulmer Theater,
1985-1988 an den Städtischen Bühnen Kiel.
1988 Gründung des "Atelier Böken"
(Atelier für Szenografie mit einem interdisziplinären
Team aus Bühnenbildnern, Architekten, Designern,
Modellbauern, Multimedia-Fachleuten) Atelier Böken
war von 1988 prägend an der Entwicklung des
Gestaltungskonzeptes der DASA (Deutsche Arbeitsschutzausstellung
in Dortmund) beteiligt. Teileröffnungen 1993
bis 2000. Die DASA erhielt u.a. den "Luigi-Micheletti-Preis"
für das beste europäische Technik-Museum.
Es folgten weitere Ausstellungs-Projekte zu den
Themen Mensch, Natur, Technik und Ökologie.
Daneben, und in der Zeit danach, Arbeiten für
die Bühne, u.a. mit den Regisseuren Dietrich
Hilsdorf, Jossi Wieler, Volker Hesse, Didier v.Orlowsky,
Sylvia Richter, Ralph Bridle, Claus Guth, Michael
Helle und Mascha
Pörzgen u.a. in Düsseldorf, München
(Bayrisches Staatsschauspiel) Frankfurt a. M., Bonn,
Darmstadt, Mainz, Lübeck, Aachen. |
| arbeiten
- eine auswahl
Tennessee
Williams "Die Katze auf dem heißen Blechdach"
Regie:
Dietrich Hilsdorf
2004, Staatstheater Wiesbaden
Richard
Wagner "Tristan und Isolde"
Regie: Didier von Orlowsky
2004, Theater Lübeck
Otto
Nicolai "Die lustigen Weiber von Windsor"
Regie: Mascha
Pörzgen
2004, Theater Aachen
Richard
Strauss "Der Rosenkavalier"
Regie: Didier von Orlowsky
2003, Theater Aachen
Henrik
Ibsen "Nora"
Regie: Dietrich Hilsdorf
2001, Schauspiel Bonn
Tennessee
Williams "Endstation Sehnsucht"
Regie: Dietrich Hilsdorf
2000, Schauspiel Bonn
Heinrich
von Kleist "Familie Schroffenstein"
Regie: Dietrich Hilsdorf
1997, Schauspiel Bonn
Friedrich
von Schiller "Maria Stuart"
Regie:Dietrich Hilsdorf
1996, Schauspiel Düsseldorf
Daniel
Call "Der Teufel kommt aus Düsseldorf"
Regie: Dietrich Hilsdorf
UA 1996, Schauspiel Düsseldorf
Stefan
Schütz "Werwölfe"
Regie: Michael Helle
1995, Staatstheater Darmstadt
Reinhard
Febel "Morels Erfindung" (Oper)
Regie: Claus Guth
UA 1994, Staatstheater Darmstadt
Johann
Strauß "Eine Nacht in Venedig"
Regie: Didier von Orlowsky
1994, Theater Freiburg |
| kritiken
- eine auswahl
Richard
Wagner "Tristan und Isolde"
"Es
steht alles in der Musik, die großen Gefühle,
die tragischen Verwicklungen, das bittere Ende.
Man muss darauf hören und sinnvolle Bildwelten
finden. Und genau das ist Orlowski und seinem Team
(Bühnenbild Haitger M. Böken, Kostüme
Claudia Billourou) gelungen. Es sind klare und strenge
Bilder, düster von Anfang an. Über dem
Schiff, mit dem Tristan Isolde zu König Marke
holt, weht eine schwarze Flagge; sie ist am Ende
wieder zu sehen als Symbol für die Situation
der Liebenden, die nur im Tode ihre Erfüllung
finden kann. Dunkle haushohe Wände begrenzen
den Ort des Dramas, nur spärliche Rquisiten
stehen den Akteuren zur Verfügung - und dennoch
entwickelt sich von der ersten Sekunde dieser fast
fünf Stunden an ein Spiel von ungeheurer Spannung
und Intensität."
Lübecker Nachrichten 2004
"(...)
Die schlichte, aber ungemein effektvolle Bühnengestaltung
Haitger M. Bökens gab ihrer beeindruckenden
Präsens den passenden Rahmen, extrahierte gleichsam
die Liebe als naturgewaltiges Ereignis im Zentrum
des Geschehens"
Flensburger Tageblatt 2004
Tennessee
Williams "Endstation Sehnsucht"
"Obwohl das mehr als 50 Jahre alte
Stück vom Text her an einigen Stellen angestaubt
wirkt, sieht es in Bonn überhaupt nicht alt
aus. Das liegt unter anderem an dem beeindruckenden
augenzwinkernd-nostalgischen Einheitsbühnenbild
von Haitger M. Böken. Mit bunten Kulissen in
grün und orange, den Farben der Südstaaten,
und sorgfältig gemalten Prospekten verwandelt
er fast museal die Halle Beuel in Sehnsuchtslandschaften
des `American dream`. Eine Wand ist behängt
mit einer stilvollen Plantagenvilla, gegenüber
präsentiert sich eine lebensgroße Häuserfront
des `good old New Orleans` mit farbenfrohen Türen
und Fenstern und einer schuckeligen Jazzband im
Caféhaus. Das Publikum sitzt sich gegenüber,
ist vom Geschehen durch einen Gazevorhang getrennt.
Hierauf werden die blitzschnellen, musikalisch untermalten
Szenenwechsel Inserts eingeblendet wie `Am nächsten
Morgen` oder `Drei Wochen später`."
Martin Burkert, Theater Pur, 2001
Tennessee
Williams "Die Katze auf dem heißen Blechdach"
"Dietrich Hilsdorf hat eine konzentrierte
Inszenierung auf die Bühne des kleinen Hauses
– von Haitger M. Böken als Ein-Raum-Spielort
unaufwändig und stilsicher gestaltet – gestellt,
die gleichermaßen sehr präzise, die Widersprüche,
die die einzelnen Personen in sich tragen, herausarbeitet,
wie das komplexe Gespinnst ihrer verkorksten Beziehungen
untereinander in Anziehung und Abstoßung fokusiert."
Wiesbadener Kurier 2004
Friedrich
Schiller "Maria Stuart"
"Einen idealen Spielraum für
falsche Abgänge und überraschende Auftritte
aus geheimen Gängen, für unfreiwillig
komische Begegnungen – im Park von Fotheringhay
– hat Haitger M. Böken für diese Maria
Stuart auf die Bühne des Düsseldorfer
Schauspielhauses gebaut. Ja, so muss das gewesen
sein, damals am englischen Hof, so müssen die
Ränkespiele um Macht und Liebe, Thron und Ehre
inszeniert worden sein, wild, schonungslos, krude
– als Vorlage für ein brutales Grand-Guignol-Spektakel.
(...) Die Bühne dreht sich so, als würden
Kameras geschwenkt. So eilt der Blick mit den Lüstlingen
und Pflichterfüllten durch ein scheinbar endloses
Labyrinth von Gängen und Fluchten. (...) Und
so inszeniert man heute, mit Film- und Fernsehbildern
im Kopf, einen bald zweihundert Jahre alten Theaterreißer
(...)."
Thomas Thieringer, Süddeutsche Zeitung
1998 |
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