| kritiken
- eine auswahl
Caryl
Churchill "Die Kopien"
"Für die Erzählung, die etwa 30 Jahre
nach dem Klonen einsetzt, hat Nikolaus Porz einen
bedrückend engen Raum geschaffen: Über
die rückseitige Milchglaswand rieselt pausenlos
Wasser und schafft auch eine fühlbare Atmosphäre.
Der Raum hat keine Türen, eine Spiegelwand
kopiert die Figuren zusätzlich. In dieser zwanghaften
Enge fällt nun nach und nach die Fassade."
J.-S. Kittel, Mainzer Rhein Zeitung 2005
Moritz
Rinke "Die Optimisten"
"Graue Betonplatten, eine schmutzige Lüftungsanlage,
Whiskyflaschen in militärischer Reihung hinter
der Bar, trübe Glasbausteine als Fenster –
und ein von Plastikplanen verdeckter Dschungel.
Eine westliche Festung, ein Gefängnis. Das
wachsende Gefühl von Bedrohung weist in Freiburg
gleichzeitig einen verlockenden Ausweg aus der Wohlstandstristesse:
Als die Plastikplanen abfallen, geben sie den Blick
frei auf eine lüstern wuchernde, geheimnisvoll
leuchtende Pflanzenidylle."
BZ Freiburg 2003
Julien
Green "Süden"
"Die Ausstattung von Nikolaus Porz findet die
Balance zwischen der Andeutung des Historischen
und der Abstraktion. Außer drei Schaukelstühlen,
die spielerisch das Klischee vom gemütlichen
Südstaatenleben andeuten, steht in dem Salon
nur noch ein Tischchen mit Dekanten, zu denen die
Verzweifelten greifen, und ein Grammophon, mit dem
sie versuchen, die Stille zu übertönen."
Lübecker Nachrichten 2003
Friedrich
Schiller "Don Carlos"
"Das Bühnenbild macht die Inszenierung
so heutig. Ein weißer Kasten, der seine Größe
ständig ändert. Für das Publikum
entsteht mehr als die Illusion von einem Palast
mit unzähligen Räumen: Das Bühnenbild
war einfach faszinierend."
Radio Fantasy 93
Adriana Hölsky "Der Parzival"
"Die Inszenierung macht daraus einen grellen
Comic-Strip. Gespielt wird in einem Raum, angeschmuddelt
lindgrün. Eine Mischung aus Tanzcafe und Kantine.
Mitten im Publikum agieren die Sänger und das
Orchester. Parzival ist einer von uns, und mit ihm
entstammt das übrige Personal dem zeitgenössischen
Typenarsenal."
Theater der Zeit 1999
Igor
Bauersima "norway today"
"(…) ein Prozess der Selbstfindung, für
den Nikolaus Porz den passgenauen Rahmen schafft.
Auf seinem Kipp-Podium, das scharf begrenzt Flucht
nicht zulässt, sind die Figuren zurückgeworfen
auf sich selbst, und die drei darum aufgestellten
Spiegelwände ermöglichen zudem ein raffiniertes
Wechselspiel: Außenwelt und Innenwelt spiegeln
sich gleichermaßen auf der reflektierenden
Silberfolie. (…) Die werden auch zur Projektionsfläche
für das psychedelische Farbenspiel eines Polarlichts,
das Juli und August wie der ersehnte Beweis dafür
erscheint, das es doch noch etwas ganz anderes gibt
als das Pixelraster auf dem Bildschirm."
Lübecker Nachrichten 2002 |