| kritiken
- eine auswahl
Carlo
Goldoni "Krach in Chiozza"
"Waghalsiger
Bühnenbau macht Lust aufs Spiel - die Lösung
scheint simpel und ist geradezu genial. Denn das
Publikum sitzt weder vor, auf noch hinter der Bühne
- es sitzt mittendrin in der gewagten Konstruktion
mit unterschiedlichen Spielebenen."
Cornelia Mai, Sächsische Zeitung 2004
"Auch
mal so ein 'postmodern' aufgestylter Goldoni im
Klosterhof, dem Ulf Frötzschner auf knall-orangenem
Spielpodest mit ungebremsten Keif- und Schimpfkanonaden
so ziemlich alle sozial-existenziellen Motive der
Fischer von Chiozza austreibt. Männer und Frauen
vertragen sich nun einmal nicht – das ist die etwas
schlichte Botschaft des turbulenten Gerangels."
Erika Stephan, Theater heute 2004
William
Shakespeare "Maß für Maß"
"Regisseur Ulf Frötzschner muss
aktuelle Bezüge nicht vordergründig hervorheben.
Er setzt mit seiner flotten und dennoch präzisen
Inszenierung lediglich auf Schärfe, eine Schärfe,
die der alten Geschichte nicht die Wirkungslosigkeit
eines harmlos gewitzten Schmunzeln aufnötigt,
sondern im Gegenteil mit spannender Sogwirkung in
die Konflikte hinein zieht. Das modern- metallische
Design der Bühne von Angelika Winter, aus der
sich Zimmer wie Altarbilder, Büros wie Aktenschränke
oder Knast-Zellen wie Gehweg-Gitter öffnen,
trägt hierzu ebenso bei wie die treibende Musik."
Dietrich Pätzold, Ostsee Zeitung 2001
Bertolt
Brecht "Jae Fleischhacker"
"Trash-Theater" kann genannt
werden, was Heise hier zur Uraufführung gebracht
hat. Es ist nicht bloß schlecht, es ist konsequent
schlecht, und genau das macht es gut: Latex-Ästhetik
von Anfang bis Ende. Brecht kommt wie einer dieser
Fernsehrüpel daher. Das passende Interieur
hat Angelika Winter ausgesucht: bewegliche Blechblenden
an allen Seiten, Plastiksofa, Plastikschweinehälften.
Und die (...) notwendig schrägen Töne
bläst die Bolschewistische Kurkapelle Schwarz
Rot."
Frank Kallensee, Märkische Allgemeine Zeitung
1998
"Charlie
Chaplin" - Ausstellung im Filmmuseum Potsdam
"Die Ausstellung ist wirklich toll,
die Schönste, die ich bisher über meinen
Vater gesehen habe (...)."
Josephine Chaplin im Interview, Potsdamer Neueste
Nachrichten 1999
Tony Kushner "Engel in Amerika I"
"Engel im Breitwandformat - effektvoll
greift die Regie die Broadwaytradition auf und zeigt
in dieser Riesenproduktion, was im Zeitalter der
Visualisierung großformatiges Theater bedeuten
kann: Film auf der Bühne, Shortcuts-live. Auf
jeden Fall aber eine schnelle Bühne mit intelligenten
Lösungen für Theater im Breitwandformat
. Zügig, und schon von der Bewegungsrichtung
an den Film erinnernd, surren auf Bahnschienen die
Möbel quer über die Bühne (...).
Im Hintergrund scheint Robert Wilson den Taktstock
zu heben. Seine Erfindung des Bildtheaters, das
sich in aller Konsequenz nicht um Sinn und Handlung
kümmert, dirigiert den Rhythmus der Maschine
Theater auch in Bremen."
Susanne Raubold, taz Bremen 1994
"Engel
in Amerika ohne jede Sentimentalität - die
Bühne besteht aus einem schwarzen stählernen
Kasten, auf Schienen werden Möbel, schmale
Wände hereingefahren, aus den Wänden klappen
Betten, sie geben sekundenlang Türen und Fenster
frei. Die Szenen, von den Spielern selbst gebaut
und angetrieben, leben aus einem sachlichen, technischen
Impuls, alles geht schnell ohne Auffälligkeit."
Christoph Funke, Theater Heute 1995 |