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Matthias
Gehrt |
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biographie
Matthias
Gehrt, geboren 1957 in Celle, begann 1980 nach einer
Management-Ausbildung bei C+A Brenninkmeyer, die
er nach drei Jahren auf eigenen Wunsch vorzeitig
beendet hatte, ein geisteswissenschaftliches Studium
an der Freien Universität in Berlin. Parallel
dazu arbeitete er von 1983-1988 als Regieassistent
an der Schaubühne am Lehniner Platz, hier vor
allem mit Peter Stein und Luc Bondy. In dieser Zeit
reiste er jeweils mehrere Monate durch Indien, China,
Mittelamerika, in die USA und den Nahen Osten. 1988
schloss er sein Studium ab, begann mit eigenen Regiearbeiten
und ist seitdem durchgehend als Regisseur mit inzwischen
fast 50 Inszenierungen tätig. Immer wieder
arbeitete er in enger künstlerischer Symbiose
mit der Bildhauerin und Bühnenbildnerin Gabriele
Trinczek. Stationen in Deutschland waren Aachen,
Berlin, Bremen, Chemnitz, Dortmund, Dresden, Jena,
Leipzig, Magdeburg, Mainz, Meiningen, München,
Schwerin und Weimar. Daneben arbeitete er auch im
Ausland, häufig in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut.
So inszenierte er zwischen 1995 und 1999 mehrfach
in Lagos, Nigeria und zwischen 2000 und 2003 in
Guadalajara, Mexiko. Weitere Inszenierungen führten
ihn nach England, Kanada und Sri Lanka. Er ist Mitglied
des Internationalen Theaterinstituts (ITI). |
| inszenierungen
- eine auswahl
Heinrich
v. Kleist "Der zerbrochne Krug"
2008, Südthüringisches Staatstheater Meiningen
Hermann
Hesse "Der Steppenwolf"
2007, Staatsschauspiel Dresden
Dale
Wassermann "Einer flog über das Kuckucksnest"
2007, Mecklenburgisches Staatstheater Schwerin
Bertolt
Brecht "Der gute Mensch von Sezuan"
2006, University of Performing Arts, Colombo, Sri
Lanka
Gerhart
Hauptmann "Vor Sonnenuntergang"
2006, Schauspiel Leipzig
Anton
Tschechow "Drei Schwestern"
2005, Staatsschauspiel Dresden
Charles
Dickens "David Copperfield"
2004, Staatsschauspiel Dresden
Euripides
"Die Bakchen"
2004, Schauspiel Dortmund
Jorge
Angeles "Merlin...nacio danzando"
UA 2003, Teatro Rabinal, Guadalajara, Mexiko
Friedrich
Hölderlin "Hyperion"
2003, Schauspiel Dortmund
Thomas
Bernhard "Der Theatermacher"
2002, Staatsschauspiel Dresden
Friedrich
Schiller "Kabale und Liebe"
2001, Schauspiel Dortmund
Sophokles
"Ödipus"
1996, Ensemble Rotom-Kakaaki, Lagos, Nigeria
Gabriel
Gbadamosi "Hotel Orpheu"
UA 1994, Schaubühne am Lehniner Platz
Peter
Handke "Kaspar"
1993, Deutsches Nationaltheater Weimar
Botho
Strauß "Die Hypochonder"
1991, Staatsschauspiel Dresden
Samuel
Beckett "Glückliche Tage"
1990, Theater Jena
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| kritiken
- eine auswahl
Dale
Wassermann "Einer flog über das Kuckucksnest"
"Die Vorbühne des stuckverzierten Schweriner
Theaters ist der Spielort, die Stühle der Anstalt
sind mit rotem Plüsch bezogen. Davor aber und
dahinter rohe Gitter. Statt an eine vornehme Heilanstalt
lassen sie unwillkürlich an eine Unheilstation
à la Guantánamo denken. (...) In diesem
Käfig hat Gehrt ein Spektrum menschlicher Deformationen
inszeniert: detailliert, expressiv, bissig. In einer
gespannten Atmosphäre aus Turbulenzen und lastender
Ruhe. Ein Zusammenprall von ungezügelter und
zerstörter Individualität. Dazu Gitarrensehnsucht
und Wildgänsegeschrei. (...) Gojko Mitic´s
`Häuptling Bromden`, äußerlich apathisch,
ist ein Mahner, ein Entwurzelter, in dem dennoch
Urwüchsigkeit glimmt. Mitic zeigt Erschütterung,
Leiden und wieder erwachsenden Mut. Eine Symbolgestalt,
die Humanität behauptet."
Manfred Zeit, Schweriner Volkszeitung 2007
Anton
Tschechow "Drei Schwestern"
"Manchmal, in Sternstunden des Theaters, kommt
es vor, dass sich Szenen mit Widerhaken im Gedächtnis
festsetzen. Weil sie so dicht erzählt werden,
so genau vom Leben abgeguckt sind. Im Dresdner Schauspielhaus,
während der Premiere von Tschechows `Drei Schwestern`,
ereignete sich wieder so eine Sternstunde. Der beinahe
körperliche Schmerz von Christine Hoppes `Mascha`,
der verzweifelte Versuch von Thomas Martins `Kulygin,
sie durch ihren Mantel aus Schmerz hindurch zu erreichen
– die Szene ließ den Zuschauern das
Herz stocken. Zwei meisterliche Schauspieler und
eine genaue Regie gestalten so den Höhepunkt
einer unbedingt sehenswerten Inszenierung."
Valeria Heintges, Sächsische Zeitung 2005
"Aus
den anfänglichen Gruppenbildern der Frustration
drängt die Inszenierung mit zunehmender Spieldauer
an die Rampe. Hier werden die diffusen Zukunftserwartungen
zu Publikumsbefragungen: `Der Mensch hat große
Ideale, aber warum bringt er es im Leben zu nichts?`
Mit diesem Auseinanderfallen von Vision und Praxis,
mit der rhetorischen Entkopplung von Idealen meint
es die Inszenierung ernst. Ihre appellative Geste
trägt sie über den fröhlichen Exotismus
der zu Stückbeginn schmetternden Leningrad
Cowboys hinaus: `Those were the days my friend`–
das lässt sich eben auch historisch konkret
auffassen als Erinnerung an jene Zeit, da man mit
Worten wie `Ideal` und `Zukunft` noch so selbstverständlich
und geübt umging wie mit Hammer und Sichel."
Christian Rakow, Theater Heute 2005
Friedrich
Schiller "Kabale und Liebe"
"Die Dortmunder Luise Miller ist, äußerlich
sofort erkennbar, Muslima, der alte Miller ein älterer
türkischer Patriarch. So erscheint ihre Unterordnung
unter die väterliche Macht, die Verpflichtung
der Familie gegenüber verständlich und
für eine bundesrepublikanische Gegenwart als
kulturelle Divergenz erklärbar. (...) Regisseur
Matthias Gehrt sind darüber hinaus einige wohltuend
unkonventionelle Figuren geglückt, allen voran
Mutter Millerin, im traditionellen Schleier das
Inbild der Matrone. Ulrike Schlömer sitzt unbewegt,
dabei unübersehbar mit ihrer Körperlichkeit
ihren Platz in der Welt beanspruchend, weder hysterisch
noch albern, sondern einfach beharrlich."
Susanne Finken, Theater Heute 2001
Gabriel
Gbadamosi "Hotel Orpheu"
"Zum Ende der Spielzeit zeigt die Schaubühne
eine bemerkenswerte Uraufführung. (...) Matthias
Gehrt ist es gelungen, das raffiniert gebaute Stück
atmosphärisch dicht und außerordentlich
kraftvoll-realistisch in Szene zu setzen. Das hat
den Ernst und die Bedrohlichkeit, die Spannung und
den Blick fürs konkrete Detail, den dieser
Stoff braucht. Michael König und Nicholas Monu
zeigen zwei zerstörte, ständig am Rand
der Panik entlang torkelnde Menschen, deren Angst
abrupt in nackte Gewalt umschlagen kann. Sie geben
auf ganz unterschiedliche Weise Gbadamosis verlorenen
Figuren Kontur. Michael König spielt ein müdes,
erschöpftes Wrack, abgebrüht und gewürgt
von Selbstekel. Nicholas Monu zeigt Hass und Naivität,
Härte und Verletzlichkeit. Eine der spannendsten,
berührendsten Inszenierungen, die derzeit in
Berlin zu sehen sind."
Peter Laudenbach, Berliner Zeitung 1994
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fotos
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Die
Bakchen |
Copperfield |
Der
zerbrochene Krug |
Drei
Schwestern |
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Der
gute Mensch von Sezuan |
Der
Steppenwolf |
Der
Steppenwolf |
Der
Theatermacher |
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