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- eine auswahl
"Kiss
me, Kate!"
"Inszenierungen
für Amateurtheater fallen normalerweise nicht
modern oder regietheatralisch ambitioniert aus.
Regisseur wie Schauspieler haben genug damit zu
tun, dem Stück so gut wie möglich gerecht
zu werden, die Betonung liegt auf dem Wort `bewältigen`
und dann erst auf `interpretieren`. Diese `Kiss,
me, Kate!` aber ist modern. Nicht gegen das Stück
modern wie zum Beispiel die Neuproduktion an der
Komischen Oper Berlin, sondern ein wenig absurd
und surreal, etwas flapsig und albern. Eine verratzte
Theaterkantine und einige sehr prollige Beteiligte
verorten sie genauso im Hier und Jetzt wie ihr ganz
spezifischer Humor voll Slapstick und lakonischen
Cartoons. Das mag für manchen Normalbürger
etwas zu luftig sein, aber nicht eine Minute setzt
die Regie dabei das Stück oder die Charaktere
aufs Spiel, ganz im Gegenteil.
Das Wunder vollbracht hat (Intendanten bitte notieren)
Solvejg Bauer, die hier nicht nur eine außergewöhnlich
witzige, exzellent einstudierte Inszenierung abliefert,
sondern die sämtliche Mitwirkenden des Theaters
unter den Kuppeln auch noch zu ihrem Vorteil einsetzt,
bis hin zu den selig vor sich hinschwofenden Beleuchtern."
Das Musicalmagazin, September 2008
"Zwischenträume"
"Die intensive Aufführung ist ein außerordentlicher
theaterpädagogischer Erfolg des Dortmunder
`Jugendprojekts` – im Mittelpunkt steht sicherlich
die bewusste Probenarbeit, doch kann sich das `Produkt`
hören und sehen lassen. Das gespannt folgende
Publikum dankt mit langanhaltendem, herzlichen Applaus!"
Opernnetz, April 2008
"Der
Sandmann"
"Die Aktualisierung ist gelungen: Solvejg Bauer
macht aus dem Menschenautomaten Olimpia in E.T.A.
Hoffmanns Nachtstück `Der Sandmann` ein virtuelles
Wesen, das nur auf dem Bildschirm existiert. Kristin
Göppert spielt in der Inszenierung der Württembergischen
Landesbühne Esslingen einen Nathanael, der
der medialen Versuchung erliegt – das geht
unter die Haut.
Gewalt musste Bauer der unheimlichen Erzählung
aus dem Jahre 1816 nicht antun, um sie in die Gegenwart
zu holen. Die Schattenseiten der Romantik in Hoffmanns
virtuoser, doppelbödiger Erzählkunst bleiben
präsent; bearbeitet wird der Text, wenn überhaupt,
unmerklich. Nur Bühnenbild, Kostüme und
die Transformation Olimpias lassen die alchimistische,
naturwissenschaftliche Hybris des 18. Jahrhunderts
hinter sich und versetzen das Stück mitten
hinein in die Abgründe der virtuellen Wirklichkeit
und der Medienverwahrlosung."
SP, März 2008
"Stadtoper
Esslingen"
"(…) Über 300 Akteure aus Esslinger
Chören, Musikvereinen und Ensembles realisierten
das Mammutprojekt Stadtoper, dass Tausende von Menschen
dazu verführte, die Innenstadt in zwölf
musikalisch-literarischen Stationen zu erwandern.
Zu ungewöhnlichen Orten lenkte sie der Strom
der Zuschauer: Ob das Parkhaus am Marktplatz zum
Schauplatz eines philosophisch-kabarettistischen
Wortwechsels wurde, ob die sonst nur als Abkürzung
taugende Zehentgasse zum Schauplatz großen
Musiktheaters mutierte oder ob der tagsüber
in seiner strengen Klarheit eher eintönige
Innenhof des Amtsgerichts mit einer betörenden
Akustik überraschte – ungewöhnliche
Orte stellten ihre Bühneneignung unter Beweiß.
Vor allem nach Einbruch der Dunkelheit sorgten die
Szenerien, die Regisseurin Solvejg Bauer gezaubert
hatte, für sinnliche Eindrücke: mal schattig,
mal düster, mal lichtdurchflutet, mal malerisch-romantisch,
mal verträumt."
Esslinger Zeitung, September 2007
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