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    Lydia Bunk

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biographie arbeiten kritiken fotos  

biographie

geboren 1970 in Berlin, aufgewachsen auf Ibiza in Spanien, dort Besuch einer englischen Schule, später Umzug nach Berlin. Studium der Theaterwissenschaft und Philosophie an der FU Berlin. Ab 1991 assistierte sie Regisseuren wie Friedo Solter und Thomas Langhoff am Deutschen Theater; sie arbeitete mit Peter Zadek zusammen ("Der Blaue Engel"). 1994 ging sie für fünf Jahre an die Volksbühne Berlin. Sie wurde Frank Castorfs Regieassistentin und assistierte u.a. auch Christoph Marthaler und Stefan Bachmann. Ihre ersten Regieerfahrungen machte sie im Rahmen des Praterspektakels, bevor sie im Jahre 2000 an der Volksbühne im Theater im 3. Stock ihren Einstand mit "Engel der Tankstelle" von Edward Thomas gab.
Danach inszenierte sie kontinuierlich am Theater Aachen (J.W. Goethes "Clavigo", 2001; G.E. Lessings "Miß Sara Sampson", 2003; "Maria Magdalena", 2003) und arbeitete als freischaffende Regisseurin u.a. am Theater Meiningen, am Theater der Landeshauptstadt Magdeburg und an den Landesbühnen Sachsen. Sie arbeitete u.a. mit dem Bühnen- und Kostümbildner Jan A. Schröder zusammen.
Neben ihren Regiearbeiten arbeitet sie auch als Gastdozentin für Schauspiel und Regie an der HFS "Ernst Busch" und an der Schauspielschule "Die Etage".


inszenierungen - eine auswahl

Sibylle Berg "Das wird schon. Nie mehr lieben"
2005, Staatstheater Schwerin

William Shakespeare "Othello"
2004, Landesbühnen Sachsen

Friedrich Hebbel "Maria Magdalena"
2003, Theater Aachen

Werner Buhss "Deutsche Küche"
UA 2003, Theater der Landeshauptstadt Magdeburg

Gotthold Ephraim Lessing "Miß Sara Sampson"
2003, Theater Aachen

Thea Dorn "Marleni"
2002, Theater Meiningen

Johann Wolfgang Goethe "Clavigo"
2001, Theater Aachen

Edward Thomas "Engel der Tankstelle"
2000, Volksbühne/3.Stock


kritiken - eine auswahl

Sibylle Berg "Das wird schon. Nie mehr lieben!"
"Sibylle Berg bauscht das Liebeslied der Schicksalsgenossinnen nicht zur großen Tragödie auf, und Lydia Bunk bestückt die Aufführung nicht mit schwerem feministischen Geschütz. Ätzend scharf ist das komödiantische, mit Musik und Video aufgemischte Spiel trotzdem. Wenn die jüngere Frau sich aus Kummer mit Süßigkeiten voll stopft, bis sie fast platzt, und die ältere mit einem rührenden Bauchtanz versucht, ihren sexunwilligen Partner aufzurütteln, dann ist das sehr spaßig und sehr traurig in einem. Den vier Darstellern gelingt einfach alles. Die Dialoge blitzen, die Aktionen sitzen. Ein großes Vergnügen."
Lübecker Nachrichten 2005

William Shakespeare "Othello"
"Lydia Bunk geht es vor allem um die Gründe, die Shakespeares Figuren in ihren zerstörerischen Leidenschaften handeln lassen. Das gelingt ihr ausnehmend gut: Der Gouverneur von Zypern, Montano, (Philipp Denzel) wird in den Nächten von Alpträumen heimgesucht, in denen er Panzerketten durch verstümmelte Menschenleiber fahren sieht. (...) Othello (Olaf Hörbe), General durch und durch, ist verfangen in seinen Selbstzweifeln, die mit seiner schwarzen Haut und seinem Alter zu tun haben. (...) Auch für das Verhalten des Fähnrichs Jago (Gerd Beyer) (...) gibt es eine Erklärung (...) Fazit: der Krieg hat die Menschen zerstört und bewirkt unablässig Leid."
Dresdner Nachrichten 2004

Friedrich Hebbel "Maria Magdalena"
"Das Ambiente in dem die Familientragödie um den prinzipientreuen Vater (Rainer Krause) (...) spielt, ist gediegen: Wie von exklusiver Designerhand gestaltet, wirken die marmorhaften, elegant geschnitten und effektvoll beleuchteten Wände, des einzigen Schauplatzes, dem Wohnzimmer von Meister Anton, der in dieser Version vom Tischler zum Architekten im piekfeinen Anzug mutiert ist. (...) Bei Hebbel ist es Antons Wahn von Ehre und Tugend (...) Lydia Bunk setzt andere Akzente: Hier sind es Gefühlskälte und der Charakter eines macht- und karriereorientierten, rein geschäftsmäßig denkenden autoritären Vaters. (...) Bunk arbeitet mit symbolreichen Anspielungen, wenn Anton auf dem schwarzen Lederstuhl in der erhöhten Wandnische wie auf einem Thron Platz nimmt oder Klara die Zeitung im Mund herbeiapportiert wie ein Hund."
Aachener Zeitung 2003

Gotthold Ephraim Lessing "Miss Sara Sampson"
"Mit einer wilden und aggressiven Inszenierung hauchte Regisseurin Lydia Bunk dem Trauerspiel neues Leben ein. Bunk hat das Stück aus dem 18.Jahrhundert in das Filmmilieu von heute verpflanzt: Einziger Spielort ist das Hotelzimmer von Mellefont (Markus Heinicke), ein Raum mit elektrischer Schiebetür uns abgerundeten Ecken, einem tatsächlich mit Wasser gefüllten Swimmingpol und einer Videoleinwand. (...) Hervorragend gearbeitet ist die Rolle des Mellefonts, der dreimal eine deutliche Persönlichkeitsveränderung durchmacht. (...) Eine sehr gelungene, moderne Inszenierung."
Aachener Zeitung 2003

Johann Wolfgang Goethe "Clavigo"
"Die Regisseurin zeigt Clavigo, der bei Goethe ein Archivarius des Königs ist, als ehrgeizigen Zeitungsmacher in den zwanziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts – in einer Epoche also, als Schlagzeilen und Auflagen immer wichtiger wurden. Zeitungsstapel auf der Bühne sowie Textzitate aus der Welt des Journalismus und erfolgreicher Blattproduktion markieren das Betätigungsfeld des Helden. (...) Lydia Bunk zieht den Zuschauer geschickt in die Handlung hinein, in dem sie zu Beginn mit großen Filmprojektionen die Vorgeschichte erzählt. Was dann auf der Bühne abläuft, ist packend und auch kurzweilig für das Publikum."
Aachener Nachrichten 2001


fotos

Maria Magdalena Maria Magdalena Maria Magdalena Miß Sara Sampson
 
Miß Sara Sampson Othello Othello  


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