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- eine auswahl
Sibylle
Berg "Das wird schon. Nie mehr lieben!"
"Sibylle Berg bauscht das Liebeslied der Schicksalsgenossinnen
nicht zur großen Tragödie auf, und Lydia
Bunk bestückt die Aufführung nicht mit
schwerem feministischen Geschütz. Ätzend
scharf ist das komödiantische, mit Musik und
Video aufgemischte Spiel trotzdem. Wenn die jüngere
Frau sich aus Kummer mit Süßigkeiten
voll stopft, bis sie fast platzt, und die ältere
mit einem rührenden Bauchtanz versucht, ihren
sexunwilligen Partner aufzurütteln, dann ist
das sehr spaßig und sehr traurig in einem.
Den vier Darstellern gelingt einfach alles. Die
Dialoge blitzen, die Aktionen sitzen. Ein großes
Vergnügen."
Lübecker Nachrichten 2005
William
Shakespeare "Othello"
"Lydia Bunk geht es vor allem um die Gründe,
die Shakespeares Figuren in ihren zerstörerischen
Leidenschaften handeln lassen. Das gelingt ihr ausnehmend
gut: Der Gouverneur von Zypern, Montano, (Philipp
Denzel) wird in den Nächten von Alpträumen
heimgesucht, in denen er Panzerketten durch verstümmelte
Menschenleiber fahren sieht. (...) Othello (Olaf
Hörbe), General durch und durch, ist verfangen
in seinen Selbstzweifeln, die mit seiner schwarzen
Haut und seinem Alter zu tun haben. (...) Auch für
das Verhalten des Fähnrichs Jago (Gerd Beyer)
(...) gibt es eine Erklärung (...) Fazit: der
Krieg hat die Menschen zerstört und bewirkt
unablässig Leid."
Dresdner Nachrichten 2004
Friedrich
Hebbel "Maria Magdalena"
"Das Ambiente in dem die Familientragödie
um den prinzipientreuen Vater (Rainer Krause) (...)
spielt, ist gediegen: Wie von exklusiver Designerhand
gestaltet, wirken die marmorhaften, elegant geschnitten
und effektvoll beleuchteten Wände, des einzigen
Schauplatzes, dem Wohnzimmer von Meister Anton,
der in dieser Version vom Tischler zum Architekten
im piekfeinen Anzug mutiert ist. (...) Bei Hebbel
ist es Antons Wahn von Ehre und Tugend (...) Lydia
Bunk setzt andere Akzente: Hier sind es Gefühlskälte
und der Charakter eines macht- und karriereorientierten,
rein geschäftsmäßig denkenden autoritären
Vaters. (...) Bunk arbeitet mit symbolreichen Anspielungen,
wenn Anton auf dem schwarzen Lederstuhl in der erhöhten
Wandnische wie auf einem Thron Platz nimmt oder
Klara die Zeitung im Mund herbeiapportiert wie ein
Hund."
Aachener Zeitung 2003
Gotthold
Ephraim Lessing "Miss Sara Sampson"
"Mit einer wilden und aggressiven Inszenierung
hauchte Regisseurin Lydia Bunk dem Trauerspiel neues
Leben ein. Bunk hat das Stück aus dem 18.Jahrhundert
in das Filmmilieu von heute verpflanzt: Einziger
Spielort ist das Hotelzimmer von Mellefont (Markus
Heinicke), ein Raum mit elektrischer Schiebetür
uns abgerundeten Ecken, einem tatsächlich mit
Wasser gefüllten Swimmingpol und einer Videoleinwand.
(...) Hervorragend gearbeitet ist die Rolle des
Mellefonts, der dreimal eine deutliche Persönlichkeitsveränderung
durchmacht. (...) Eine sehr gelungene, moderne Inszenierung."
Aachener Zeitung 2003
Johann
Wolfgang Goethe "Clavigo"
"Die Regisseurin zeigt Clavigo, der bei Goethe
ein Archivarius des Königs ist, als ehrgeizigen
Zeitungsmacher in den zwanziger Jahren des vergangenen
Jahrhunderts – in einer Epoche also, als Schlagzeilen
und Auflagen immer wichtiger wurden. Zeitungsstapel
auf der Bühne sowie Textzitate aus der Welt
des Journalismus und erfolgreicher Blattproduktion
markieren das Betätigungsfeld des Helden. (...)
Lydia Bunk zieht den Zuschauer geschickt in die
Handlung hinein, in dem sie zu Beginn mit großen
Filmprojektionen die Vorgeschichte erzählt.
Was dann auf der Bühne abläuft, ist packend
und auch kurzweilig für das Publikum."
Aachener Nachrichten 2001
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