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    Christina Friedrich

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biographie arbeiten kritiken fotos  

biographie

Christina Friedrich, geboren in Nordhausen/Thüringen, gelernte Hydrogeologin, studierte von 1990-1994 an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin Regie. Nach ihrem Debüt 1992 am Deutschen Nationaltheater Weimar prägte sie viele Jahre als Hausregisseurin das Profil des Bremer Theaters unter dem Intendanten Klaus Pierwoß.
Seitdem arbeitet sie als freie Regisseurin am Schauspiel Bonn, dem Staatstheater Mainz, dem Landestheater Linz, dem Luzerner Theater, dem Theater Ulm, dem Maxim Gorki Theater Berlin, dem Schauspiel Hannover sowie am Neuen Theater Halle, dem Mozarteum Salzburg und dem Deutschen Theater Göttingen. Eine enge Arbeitsverbindung besteht dabei zu den Bühnen- und Kostümbildnerinnen Petra Maria Wirth und Susanne Uhl.
Neben ihrer Arbeit als Regisseurin ist sie Professorin für Schauspielregie an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin, Lehrbeauftragte im Masterstudiengang Bühnenbild an der TU Berlin sowie Gastprofessorin für Schauspiel am Mozarteum in Salzburg. Desweiteren gab sie Meisterkurse für Schauspiel und Regie am Matsumoto Performing Arts Center in Japan sowie an der Universität Tel Aviv.
Im Herbst 2008 erscheint im Verlag C.H.Beck ihr Debütroman "Morgen muss ich fort von hier".
Christina Friedrich lebt in Berlin.


inszenierungen - eine auswahl

"Afrikanische Straße"
Eine soziale Recherche
Juli/September 2011, Hochschule für Schauspielkunst "Ernst Busch" Berlin

"Es ist ein Glück, dass ich gedenk`"
Eine Erinnerunsarbeit mit Holocaustüberlebenden in Haifa/Israel
Obtober bis Dezember 2011

Maurice Maeterlinck "Der Blaue Vogel"
Schweizer Erstaufführung
2011, Züricher Hochschule der Künste

Werner Bräuning "Rummelplatz"
2010, Deutsches Theater Göttingen
in einer Fassung von Christina Friedrich

Willkommen in der Schweiz "Ein Abendmahl"
Buch und Regie: Christina Friedrich
2010, Luzerner Theater

Orhan Pamuk "Schnee"
2009, Luzerner Theater
Schweizer Erstaufführung
in einer Fassung von Christina Friedrich

Charlotte Roche "Feuchtgebiete"
UA 2008, Neues Theater Halle

Ödön von Horváth "Geschichten aus dem Wiener Wald"
2008, Deutsches Theater Göttingen

William Shakespeare "Twelfth Night or what you will"
2008, Mozarteum Salzburg

Christina Friedrich/Chuck Palahniuk "Fight Club"
2007, Neues Theater Halle

William Shakespeare "Der Sturm"
2007, Luzerner Theater

Lukas Bärfuss "Sexuelle Neurosen unserer Eltern"
2005, Ulmer Theater

Wolfgang Borchert "Draußen vor der Tür"
2005, Staatstheater Mainz

Martin Crimp "Auf dem Land"
2005, Ulmer Theater

Gotthold Ephraim Lessing "Miß Sara Sampson"
2004, Staatstheater Mainz

Lars Noren "Tricks and Treats"
DSE 2002, Staatstheater Mainz

Christina Friedrich/Alexa Hennig von Lange/Russ Meyer "Faster! Pussycat! Kill, Kill!"
UA 2001, Junges Theater Göttingen

Felicitas Zeller "Bier für Frauen"
DSE 2001, Staatstheater Mainz

Lee Hall "Cooking with Elvis"
2000, Maxim Gorki Theater Berlin

Christina Friedrich/John von Düffel "Angst"
UA 2000, Schauspiel Bonn

Sibylle Berg "Gunda Live"
UA 2000, Maxim Gorki Theater Berlin

Dea Loher "Blaubart – Hoffnung der Frauen"
1999, Schauspiel Hannover

Ödön von Horváth "Glaube Liebe Hoffnung"
1999, Schauspiel Bonn

Georg Büchner "Leonce und Lena"
1998, Städtische Bühnen Krefeld

William Shakespeare "Romeo und Julia"
1997, Bremer Theater

Anthony Burgess "Clockwork Orange"
1996, Bremer Theater

Georg Büchner "Woyzeck"
1996, Bremer Theater

Frank Wedekind "Lulu"
1995, Bremer Theater


kritiken - eine auswahl

Charlotte Roche "Feuchtgebiete"
"In Halle staunen wir über die Feuchtgebiete der Charlotte Roche! Aus dem gleißenden Skandalroman wird in der sensiblen Regie von Christina Friedrich ein dunkles Körperoratorium mit sechs jungen Spielern, vital und keusch zugleich: Friedrich macht die Tabubrüche der 18-jährigen Helen, die unerschrocken ihre Körperöffnungen erforscht, zwar zum Thema, aber sie setzt sie nicht grell in Szene. Vielmehr findet sie sinnfällige symbolische Übersetzungen.
Einfache, suggestive Bilder für ein Theater, das von Johann Kresnik die Radikalität, von Sasha Waltz aber die Poesie bezieht.
Mehr und besser noch: Friedrich legt die Romanheldin gleichsam auf die Couch und befragt sie psychoanalytisch. Und schon bricht die schnoddrige Fassade auf, welche die Icherzählerin mit munterer Rotzigkeit da Seite um Seite hochzieht; schon lugt die bittere Verzweiflung eines Scheidungskinds hervor, das von seinem Körper krankhaft besessen ist. Wenn es ekligen Körpersaft trinkt und wundes Körperfleisch isst, dann entpuppt sich das auch als Spielart des Kannibalismus: Angst essen Leib und Seele auf in dieser so fantasievoll düsteren, verblüffend schlüssigen Umdeutung der Feuchtgebiete, durch die Helen eben nicht als Sexmonster, sondern als heillos verlorene Romantikerin irrt.
Da sehen wir Charlotte Roche mit neuen Augen: Hier erweitert, vertieft und bereichert die Bühne den Bestseller. Ein Glücksfall."
Roland Müller, Die Zeit 2008

"Christina Friedrich macht aus dem Text ein Kondensat extremer Schmerz- und Lusterfahrungen einer jungen Frau - und nimmt Roches Figur damit ernster als die Autorin selbst.
Die Metaebene von Roches Text, das Anprangern eines fehlgeleiteten Körperverständnisses, vermittelt das Stück durch jene programmatischen Sätze, die sich überall im Buch finden und die kompiliert - mal durch den Chor, mal szenisch, mal in Songs - dargestellt werden. Durch diese Textmontage entstehen neue Zusammenhänge und ein Tiefgang, den das Buch nicht bietet.
Das vielleicht schönste Bild der Inszenierung ist, wenn Ines Schiller als Helen ganz selbstverständlich ein Stück rohes Fleisch verzehrt, das ihr operativ entferntes Furunkel symbolisiert: So zeigt die Regisseurin das radikale Annehmen des eigenen Körpers in Schmerz und Lust, die autoerotische Selbstvergewisserung einer Frau - stellvertretend für eine Generation, die auf den medial vermittelten Terror der Körperlichkeit verunsichert reagiert."
Annabel Dillig, Süddeutsche Zeitung 2008

"Gezeigt wird ein bildkräftiger Szenenreigen, in dem Beklemmungen, Neurosen und Zwangshandlungen wiederkehren. Irgendwo zwischen der selbstgeißelungsseligen Körperfeindlichkeit der Kirche, den Höllen der Claudia-Schiffer-Welt mit ihrem Diktat zur Inszenierung von Schönheit und Erotik und dem Entgrenzungsfuror eines Marquis de Sade zeigt Christina Friedrich die nachhaltige Entfremdung von Geist, Körper und Seele.
Wir sehen: das Leid der misslingenden Impulskontrolle, die zwanghafte Gier nach Penetration und Aufessen, die ewige Mechanik der Orgasmuserzwingung, die plötzliche Hysterie des Schön-sein-Wollens. Dergleichen wird anderthalb Stunden lang szenisch durchgewalkt und durchchoreographiert, mal tragisch, mal komisch, mal absurd, jedenfalls ästhetisch prägnant und mit famos aufspielenden Schauspielstudenten.
Im Hintergrund geistert ein Familiendrama herum, eine schattenhafte und suizidale Geschichte mit Gasherd. Sigmund Freud und Elfriede Jelinek wären wohl einverstanden. Feldbusch und Bohlen gibt's woanders."
Ralph Gambihler, nachtkritik 2008

Ödön von Horváth "Geschichten aus dem Wiener Wald"
"Es sind schaurige Gestalten, in die sich das Schauspiel-Team hinein begibt, wo in einer Sprache der bewegenden Gesten all die gespenstischen Bildfantasien Gestalt annehmen, die in den Regionen einer herzlosen Finsternis lagern. Von diesen bizarren wie obszönen und oft auch grausamen Bildern geht eine tief empfundene Wahrhaftigkeit aus, die manche Zuschauer auch als Zumutung empfinden...Diese Gesellschaft, in der schon Karl Kraus die Larven und Lemuren erkannte, seziert Regisseurin Christina Friedrich am Deutschen Theater ganz im Sinne Horváths, der sein Schauspiel einen 'Totentanz in sieben Bildern' nannte. Und sie vertraut auf die theatralischen und emotionalen Zumutungen, wie sie die Bilder freisetzen."
Tina Fibiger, Pony 2008

Gotthold Ephraim Lessing "Miß Sara Sampson"
"Ein erstaunlicher Blick auf dieses Stück, auf die klassische Dreierkonstellation: Ein Mann, zwei Frauen. 'Un, deux, trois' von Keren Ann, eine betörende, geheimnisvolle Melodie, ist charmanter Grundton dieser lasziv heftigen, erotischen Deutung von Lessings 'Miß Sara Samson'. Kein bürgerliches Trauerspiel, sondern ein Traum von schrankenloser Liebe, den jeder anders träumt. In dem erst rosenüberfluteten, dann so rissigen, schrundigen Bühnenraum (von Petra Maria Wirth) kehrt Christina Friedrich Lessings Figuren von innen nach außen, lässt sie ihre Gedanken, ihre Träume spielen. Kein Realismus, sondern Liebessehnsucht."
Ulrike Kahle, Theater Heute 2004

Ödön von Horváth "Glaube Liebe Hoffnung"
"Wie spielt man Horvath am Ende des Jahrtausends? Mit Bildern. Das Klischee vom Atmosphäredichter von Milieu, Dunst und Zwischentönen, reizt zur Gegenmaßnahme. Die Sprachmaske, sollte direkt auf gesellschaftliche Mechanismen verweisen. Christina Friedrich geht in ihrer Inszenierung von 'Glaube Liebe Hoffnung' noch weiter. Nicht die Sprache ist das Medium der Entindividualisierung, sondern das Bild. Christina Friedrich hat eine Methode: 'Ich suche die Brechungen und Räume, die unter der Geschichte liegen. Dann gebe ich den Figuren ein Biotop, ein eigenes Raum- und Zeitsystem. In Proben geht man auf eine Expedition und versucht in diese Räume so intensiv und so riskant wie möglich hineinzugehen.' Das Biotop von Horváths 'kleinem Totentanz' ist ein Nekrotop: ein Souterrain mit flachem Glasdach, ein Leichenhaus. Kein Ausgang Nirgends (Bühne: Petra Maria Wirth). Wenn Horváths Text in metaphysisch-sozialen Hohn umschlägt, erhält die Inszenierung eine beklemmende Eindringlichkeit. Die Liebe am Ende des Jahrtausends: Demütigung der Frauen durch Männer, die beherrscht sind von präfabrizierten Bildern aggressiver Männlichkeit. Das ist der Befund von Christina Friedrichs Horváth-Produktion."
Gerhard Preußer, Theater der Zeit 1999


fotos

Angst Lulu Der Geizige Leonce und Lena
Glaube Liebe Hoffnung Cooking with Elvis Tricks and Treats Woyzeck
Draußen vor der Tür Die sexuellen Neurosen unserer Eltern Auf dem Land Fight Club
Geschichten aus dem Wienerwald Der Sturm Feuchtgebiete
 
Willkommen in der Schweiz Rummelplatz  

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