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- eine auswahl
Bertolt
Brecht "Der gute Mensch von Sezuan"
"Der
Abend ist angenehm moralinfrei. Irmgard Lange lässt
es sich zwar nicht nehmen, das Aktuelle oder Zeitlose
des Stücks unübersehbar in Kulisse und
Kostüm auf die Bühne zu bringen, doch
präsentiert die Inszenierung uns einen verblüffend
frischen, schnoddrig-witzigen Brecht, gewiss nicht
ohne Sozialethos, auf jeden Fall aber ohne peinigenden
Moralismus. (...) Stefanie Kampe spielt die gute
Shen Te bravourös ohne alle Brechtschen Attitüden.
(...) Hier steht eine höchst lebendige, wache
junge Frau im engen Glitzerkleid und mit zerrissener
Strumpfhose, die nichts weiter will als ein Stückchen
vom Glück und die einen Teil dieses Glücks
darin findet, es mit anderen zu teilen. Doch ist
sie keineswegs naiv und erkennt sehr schnell, dass
sie, um nicht ruiniert zu werden, mit Anzug, Hut,
Sonnenbrille und härterem Herzen auftreten
muss. So wird das Lehrstück in Mainz zur teils
zynischen, teils melancholischen Farce. (...) Dafür
und für die geschlossene und über weite
Strecken begeisternde Ensemble-Leistung der Mainzer
gab es nach der Premiere frenetischen Beifall."
Matthias Bischoff, Frankfurter Allgemeine Zeitung
2004
William
Shakespeare "Was Ihr Wollt"
" Eine bestechend romantische Aufführung
von Shakespeares `Was ihr wollt`. (...) Und weil
gutes Theater ruhig länger sein darf, wollte
auch der Beifall nicht enden."
Almuth Murawski, Frankfurter Neue Presse 2003
"Die
Welt, sagt der Narr, sei eine offene Anstalt, und
die Liebe ist schuld, die, sagt Shakespeare, der
reine Irrsinn ist. Diesmal braucht Regisseurin Irmgard
Lange satte drei Stunden, um das zu demonstrieren,
aber es sind heitere und federleichte Stunden, von
der Art also, die besonders schwer herzustellen
ist. `Was ihr wollt` im Großen Haus des Mainzer
Staatstheaters ist ein großformatiger Abend
über Liebes- und über Theaterlust."
Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau
2003
Heinrich
von Kleist "Das Käthchen von Heilbronn"
"Irmgard Lange scheut sich nicht,
in erster Linie eine fabelhafte Liebesgeschichte
zu erzählen. Irmgard Lange ist überhaupt
eine Geschichtenerzählerin. Das passiert im
Theater dieser Tage nicht alle Tage."
Judith von Sternburg, Frankfurter Rundschau
2002
Anton
Tschechow "Die Möwe"
"Nicht der "Tannhäuser",
sondern diese `Möwe`, in der das wunderbare
Berliner Schauspielensemble wieder einmal voll in
seinem Element ist, dürfte in der Publikumsgunst
am Ende als Höhepunkt des Jubiläumsjahrs
dastehen."
Charles Linsmayer, Der Bund 2004
William
Shakespeare "Der Sturm"
"Lang nichts mehr gehört von
Prospero und Shakespeares `Sturm`! Packend und überzeugend
skeptisch ist nun die Sicht von Irmgard Lange auf
das Zaubermärchen: Sie glaubt nicht mehr an
die Güte, die alle Wunden heilt. Doch ihr Theaterabend
ist ein sinnlicher und intellektueller Genuss."
Siegfried F. Kienzle, Darmstädter Echo
2003
George
Tabori "Goldberg – Variationen"
"Ihre Inszenierung lebt aus einem
Facettenreichtum an jüdischem Witz, an Wehmut,
Verzweiflung und Theaterspaß, aus dem Wechsel
zwischen Spiel und Realität. Vor allem aber
schieben sich immer wieder jene Hinter- und Abgründe
in die Streitereien auf der Bühne, die sekundenlang
auf das Katastrophische jüdischer Menschheitsgeschichte
verweisen – ohne sie indessen zudringlich werden
zu lassen."
Beatrice Eichmann-Leutenegger, Neue Zürcher
Zeitung 2003 |