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- eine auswahl
Wolfgang Amadé Mozart "Don Giovanni"
"In Arila Siegerts Inszenierung gibt es immer beides, die Tragödie und die Farce, die Tanzshow und das Drama, die hehre Oper und das sinnliche Spiel. Eine Banalität eigentlich, wenn man von Mozarts ‚Dramma giocoso‘ spricht, aber in dieser Produktion ist die theatralische Ambivalenz bis zur Gleichzeitigkeit eng ineinander geknüpft. […] Wenn Don Giovanni vor dem Fenster von Elviras Zofe seine Kanzonette singt, tut er dies am Boden zusammengekauert als ein Abschiedslied ganz für sich selbst. Der schwarze Komtur spielt dazu auf der schwarzen Mandoline – einer der berührendsten Momente des Abends. Dieses ‚Deh Vieni‘ ist aber nur eine von vielen Überwältigungen dieser an fein ausgearbeiteten, immer wieder frappierend sinnlichen und sinnerfüllten Überraschungen so reichen Inszenierung. Sie basieren auf dem scheinbar unerschöpflichen Bewegungsvokabular, mit dem die Regisseurin Arila Siegert und ihre Protagonisten erzählen."
Irene Constantin, Deutschlandfunk 2010
Jean-Philippe Rameau "Les Paladins"
"…Für sie [Arila Siegert] sind die Körperlichkeit der Musik und die daraus sehr direkt abgeleitete tänzerische Bewegung Schlüssel zur Darstellung und Deutung gleichermaßen. Siegert bürstet Rameau in Düsseldorf ergo nicht gegen, sondern offensiv mit dem Strich. Jeder Schritt, jede Geste von Chor, Tänzern und Solisten ist gestaltete Musik. Es geht dabei nicht um eine streng abgezirkelte klassische Choreografie, sondern um überquellende Tableaux, in denen sich jede Figur nach eigenen Gesetzen zu bewegen scheint. Das Bewegungsrepertoire mischt unbekümmert Gavotte-Schritte und barocke Posen mit Breakdance und Moonwalk. Nichts für Puristen. Auch Grobmotoriker mögen das Ganze als hyperaktives Gezappel abtun. Den Drive der Rameau'schen Musik erschließt dieses verspielte Konzept jedoch vorzüglich."
Regine Müller, Opernwelt 2010
Henry Purcell "Dido und Aeneas"
"Federleicht, stark und ausdrucksvoll ist Arila Siegerts Inszenierung, und sie zeigt stärker noch als Mozarts »Figaro« ihre Herkunft aus dem Ballett. Vor zeitlos mystischer Kulisse lotet sie alle Tiefe und Energie der Figuren aus, die in der Musik angelegt ist und in Spiel und Gesang ihre Entsprechung findet."
Susanne von Mach, Main-Echo 2009
Carl Maria von Weber „Der Freischütz“
"Bei der so oft inszenierten deutschen Nationaloper schlechthin mit originellen Einsichten aufzuwarten, ist an sich schon eine Leistung. Wenn sich das aber dann noch zu einem stilistischen Ganzen aus sinnstiftendem Bühnenraum und akribisch durchgeformter Metaphorik rundet wie jetzt bei Arila Siegert in Chemnitz, dann gehört das zu den beglückenden Inszenierungstaten."
Joachim Lange, Opernwelt 2003
Vinko Globokar „L’armonia drammatica“
"Die entscheidende Arbeit aber hatte Arila Siegert zu leisten. Die musste ein neues Theater erfinden. Denn ein Stück, das die Welt zum Thema hat, kennt natürlich keine Fabel, keine Figuren, keinen Ort. Alles ist offen. […] Wie soll das ein Theater sein? Der Regisseur muss es erfinden. Das ist die Aufgabe. Er muss den unsichtbaren Gedankenbildern Raum und Gestalt, Gesicht und Charakter geben. Arila Siegert bestand die Herausforderung glänzend. Was wir sahen, war ein gesungenes Tanz-Theater, und trotz des ernsten und tiefen Themas ein gelöstes, fluktuierendes, spielerisches Stück, das den Titel der Dramatischen Harmonie einzulösen vermochte."
Gerhard Müller, Freitag 2002 |